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Siegsdorf, August 2017

Spieglein, Spieglein an der Wand

Schüler bauten zusammen mit dem IdW einen „MagicMirror“

Schüler bauten zusammen mit dem IdW einen „MagicMirror“
Schüler bauten zusammen mit dem IdW einen „MagicMirror“

Der Informationskreis der Wirtschaft Traun/Alz (IdW) hat sich dieses Jahr die „Digitalisierung“ zum Thema gemacht. Um diese vor allem Jugendlichen näher zu bringen, wurde gemeinsam mit dem Bayern-Lab, den beiden IdW-Mitgliedsfirmen Brückner Maschinenbau und FOX IT sowie dem Traunsteiner Chiemgau Gymnasium das Sommercamp „MagicMirror“ ins Leben gerufen. Das Ziel war, Jugendliche für einen Job in der IT-Branche zu begeistern.

Ein „MagicMirror“ ist ein digitaler Spiegel, in dem man wie gewohnt sein Spiegelbild sieht, zusätzlich aber die verschiedensten Informationen eingeblendet bekommt (z.B.: Wettervorhersage, Bundesliga-Tabelle, Nachrichten etc.). Bei dem dreitägigen Projekt im Bayern-Lab installierten und programmierten 20 Acht- und Zehntklässler ihren persönlichen Spiegel. Nach der Abschlusspräsentation vor einer sechsköpfigen Jury kürte diese den besten „MagicMirror“.

MagicMirror„Uns war wichtig zu zeigen, dass IT nicht so verstaubt ist, wie ihr Ruf. Die Branche ist sehr kommunikativ und außerdem ein wahnsinnig breit gefächerter Bereich,“ so IdW-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der FOX IT, Franz Obermayer. Es sollte auch demonstriert werden, dass die IT keine Männerdomäne ist. „Frauen sind oft kommunikativer und teamfähiger und können dadurch Probleme besser lösen.“
Hinter dem Sommercamp steckte auch die Intention, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Die Informationstechnik gewinnt in allen Wirtschaftsbereichen an Bedeutung. Nachwuchs aus der Region ist sehr wichtig,“ so Stefan Neumann, Vorstandmitglied des IdW und kaufmännischer Geschäftsführer bei Brückner Maschinenbau.

Schüler-bauenDas Sommercamp fand in Kooperation mit der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft statt. Die Präsidentin der Hochschule Dr. Evelyn Ehrenberger zeigte sich von dem Projekt begeistert: „Es ist toll zu sehen, wie sich die jungen Leute für IT interessieren. Das ist ganz wichtig für unsere Arbeit, denn da können wir dann weitermachen.“ Bei den Schülern selbst kam das Sommercamp bestens an. Sie waren sogar so begeistert, dass sie sich freiwillig zuhause noch Gedanken zu ihrem „MagicMirror“ machten und mit vielen neuen Ideen in den nächsten Tag starteten.

v.l.n.r. Josef Klapf, Herr Mörwald, Franz Obermayer, Dr. Evelyn Ehrenberger, Stefan Neumann, Manfred Zerndl

Neben der hervorragenden Organisation durch die FOX IT und Brückner Maschinenbau lobten die IDW-Verantwortlichen vor allem auch die Zusammenarbeit mit dem Traunsteiner Bayern-Lab. Bereits im Juni besuchten Vertreter des Informationskreises im Rahmen einer Mitgliederversammlung die Einrichtung. Die Besichtigung dort beeindruckte nachhaltig, so dass schnell die Zusammenarbeit für das Sommercamp fixiert wurde. Das Bayern-Lab in Traunstein wurde im Oktober 2016 eröffnet. Dabei handelt es sich um eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Jung und Alt können sich über Themen wie Internetsicherheit, 3D-Druck, Multicopter und Virtual Reality informieren – ganz nach dem Motto „Anschauen – Anfassen – Ausprobieren“.

Aufgrund der durchweg positiven Resonanz wird es auch im nächsten Jahr wieder ein Sommercamp des IdW geben. Außerdem ist ein zweites IT-Projekt mit heimischen Schulen geplant.

Der Informationskreis der Wirtschaft Traun/Alz (IdW) ist ein freiwilliger Zusammenschluss mittlerer und großer Unternehmen des Wirtschaftsraumes Traun und Alz aus unterschiedlichen Bereichen. Der IdW ist politisch unabhängig und einer von mehreren Informationskreisen der Wirtschaft in Bayern. Er besteht seit 1976. Ziele sind u.a. die Öffentlichkeitsarbeit auf regionaler Ebene zu intensivieren, Fragen und Belange der Wirtschaft anzusprechen sowie Einblicke in gesamtwirtschaftliche und gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu geben.

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Pressemitteilung 05. Mai 2017

Achtung Datendiebstahl!

Vortrag zu Wirtschaftsspionage und Datensicherheit am Chiemgau-Gymnasium

Wer kennt Edward Snowden nicht? Wie viele neue schädliche Computerviren kommen jährlich auf den digitalen Markt? Wer glaubt, dass er nicht von Datenklau betroffen sein kann? Können sich die einzelnen Nutzer, die Wirtschaft und der Staat schützen? Mit diesen Fragen leitete Franz Obermayer, IT-Sicherheitsspezialist und Mitglied des Informationskreises der Wirtschaft Traun-Alz, seinen höchst interessanten und spannenden Vortrag über Wirtschaftsspionage und Informations- und Datensicherheit im Rahmen des Jahresthemas „Digitalisierung und Wertevermittlung“ am Chiemgau-Gymnasium vor den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe ein.

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Einen spannenden Einblick in die Welt der Wirtschaftsspionage und der Datensicherheit bot Franz Obermayer, IT-Sicherheitsspezialist und Mitglied des Informationskreises der Wirtschaft Traun-Alz, den  Schülerinnen und Schülern des Chiemgau-Gymnasiums.

Zu Beginn ging Herr Obermayer auf die zentrale Bedeutung von Daten im 21. Jahrhundert ein: Daten sind das Rohöl des 21. Jahrhunderts, die scheinbar freien Dienste des Internets bezahlt jeder mit seinen Daten. Er betonte, dass Daten auf legale Weise abgegriffen werden können, wie der Verbraucher in den Nutzerverträgen nachlesen kann, denen er zustimmt. Daten sind aber auch Ziel vieler illegaler Angriffe im Netz, sei es im Bereich der Wirtschaftsspionage oder von kriminellen Hackern. In der russischen Verfassung z. B. ist festgehalten, dass die Geheimdienste Wirtschaftsspionage betreiben müssen. Ebenso gehört sie in China zum politischen Auftrag, ca. 800.000 Mitarbeiter sind in diesem Bereich offiziell tätig. Aber auch die Abhörstation in Bad Aibling zeigt, dass Tag für Tag Daten aus aller Welt „gesammelt“ werden. Besonders problematisch, erklärte Obermayer, seien der massiv zunehmende Datenklau und die Angriffe auf die digitalen Strukturen von Firmen und Behörden. Sektoren und Branchen mit kritischer Infrastruktur, z. B. Krankenhäuser, Atomkraftwerke, Polizei und Justiz oder alle Betriebe, die mit Gefahrenstoffen zu tun haben, gehören zu den sehr sensiblen Bereichen. Datenklau ist mittlerweile ein Teil der digitalen Welt und nicht mehr aufzuhalten, so Franz Obermayer. Deshalb muss man die Daten schützen und Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit gibt.

Sehr interessant waren seine Ausführungen in Bezug auf die möglichen Sicherheitslücken. So erläuterte er, dass ca. 60% von Hacking-Angriffen aus dem Innern von Firmen erfolgen, also durch eigene Mitarbeiter. Auch Snowden hat seine brisanten Daten auf einem USB-Stick aus seiner Behörde mitgenommen. 70% des Datenverlusts kommen durch menschliches Versagen zustande, pro Jahr werden ca. 100.000 neue Viren im Netz verteilt und 100% der unverschlüsselten E-Mails können mitgelesen werden. Dies ist nicht einmal verboten, illegal ist es erst, wenn man verschlüsselte E-Mails mitliest.

Trotz der vielen Möglichkeiten, Daten abzufischen und den Computer zu infizieren, sind Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Daten nützlich und sinnvoll. Dieser Grundsatz gilt auch für Firmen. Aufklärung der Mitarbeiter, „Awareness“, gemeinsame Verantwortung und technische Möglichkeiten bieten eine breite Basis für einen sichereren Umgang mit Daten. Trotz aller CHIEMGAU-GYMNASIUM TRAUNSTEIN – SPRACHLICHES UND NATURWISSENSCHAFTLICH-TECHNOLOGISCHES GYMNASIUM Hausanschrift: Telefon: E-Mail: Bankverbindung: Chiemgau-Gymnasium 0861/16670-0 sekretariat@chg.bayern.de Kreissparkasse Traunstein Brunnwiese 1 Fax: Internet-Homepage: BIC: BYLADEM1TST 83278 Traunstein 0861/16670-25 www.chg-traunstein.de IBAN: DE05710520500000447177 technischer Möglichkeiten bleibt eine große Schwachstelle, der Mensch: Vergesslichkeit, Nachlässigkeit, Täuschung, aber auch Fehleinschätzungen führen immer wieder zu Datenverlust. Diese Aussage verdeutlichte Obermayer mit beeindruckenden Zahlen: In einem halben Jahr wurden in Taxis 55.000 Handys, 5.000 Smartphones, 3.000 Laptops und 900 USB-Sticks liegen gelassen; Datendiebe werten z. B. den Müll auf geworfene Datenträger aus, sie platzieren Viren auf einen unachtsam weggelegten USB-Stick oder hacken sich ins W-LAN ein. Hier sollte man auf sein eigenes Verhalten schauen. In jedem Fall gilt: Vorarbeit ist besser als Nacharbeit und es ist besser, Deiche zu bauen, als darauf zu hoffen, dass die Flut allmählich Vernunft annimmt.

Herrn Obermayer gelang es, mit seinen äußerst interessanten und kompetenten Ausführungen den Schülerinnen und Schülern einen spannenden Einblick in die Welt der Wirtschaft, der Datensicherheit und der Wirtschaftsspionage zu vermitteln und auch Tipps zur eigenen Nutzersicherheit zu geben.

Einen weiteren Zeitungsartikel finden Sie Hier

OVB online_Dez 16